Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
08.09.2010

Hurts

Als Adam und Theo kamen, lief im Radio gerade der Amy MacDonald Song und Theo sang gleich mit�"Guter Song" sagt er.

Theo Hutchcarft hat auf den ersten Blick etwas Ähnlichkeit mit Gavin Rossdale. Mit Gavin Rossdale verglichen zu werden ist für ihn ein Kompliment, schon allein wegen Gwen Stefani.

Hurts sind Theo Hutchcarft und Adam Anderson â€" Theo ist Typ Popstar, Adam ist nach eigenen Worten ein Visionär. Beide kommen aus der Nähe von Manchester. Solange sie denken können war

Musik für sie die einzige Möglichkeit aus dem grauen Alltag zu flüchten.

Jetzt sieht die Welt für sie etwas bunter aus. Ihr Song "Wonderful Life" verbindet die Sehnsucht nach Wärme und Sonne und das melancholische Gefühl des skandinavischen Winters.

Ihre Musik klingt so, als hätte man sie in den 80ern produziert und nun wiedergefunden. Sie mögen Tears for Fears , Depeche Mode, aber auch Rod Stewarts "Young Turks". Das erste Hurts Album heißt "Happiness". Es ist ein Album, auf dem es ihrer Meinung nach keinen einzigen schwachen Song gibt. Hurts lieben große Melodien, die sie dann so produzieren, dass man den Eindruck hat, dass man sich in einem großen leeren Parkhaus befindet, das mit Musik ausgefüllt ist und so entsteht das Gefühl der Melancholie. Adam und Theo zitieren im Interview verschiedene Soundtracks, die sie inspiriert haben beispielsweise "Blue Velvet". Eigene Gefühle analysieren, das ist ihnen sehr wichtig. Theo meint, es sei immer noch so, dass Männer ihre Gefühle im realen Leben nicht zeigen dürften. So leben Theo und Adam ihre Emotionen bei Live- �Auftritten aus. Bis es soweit war, dass sie auf die Bühne gehen konnten, spielten sie in einer anderen Band und waren überwiegend arbeitslos. Nudeln, Bohnen und Brot, das war alles was sie sich leisten konnten.

Als Arbeitslose haben sie auch das Video zu Wonderful Life gedreht.

Sie hatten zwar kein Geld, dachten aber, dass eine Tänzerin im Video gut käme. Keine professionelle Tänzerin, ein normales Mädchen sollte es sein. Und so haben sie im Schaufenster eines benachbarten Ladens eine Anzeige angebracht: "Tänzerin für ein Popvideo gesucht".

Sie saßen im kalten Raum und haben gewartet. Das Dach hatte ein Loch, es regnete reinâ€� Nach fünf Stunden des Wartens, kam ein einziges Mädchen und sagte fast nichts. Adam und Theo mussten alles alleine machen: Kamera einschalten, Musik abfahren, darauf achten, dass sie im Bild bleiben. Das Mädchen tanzte so toll, wie sie es noch nie gesehen hatten, Adam und Theo waren fasziniert. Und sie dachten, etwas Geld müssten sie schon zahlen. Sie hatten nur noch 20 Pfund, das war viel Geld für sie, denn das war die Hälfte vom Arbeitslosengeld, dass sie für die ganze Woche bekommen hatten.

Und seitdem suchen Hurts das Mädchen aus dem Video: Wer ist sie, kennt sie den Song, weiß sie, das "Wonderful Life" �ein Hit ist?

Hurts erleben eine aufregende Zeit, in der Deutschland eine wichtige Rolle spielt. In Deutschland stießen sie auf erstes Interesse für ihre Musik und ihnen wurden zwei Plattenverträge angeboten. Fast wären sie eine "deutsche" Band geworden. Nachdem sie in Großbritannien den Vertrag unterschrieben haben, steht für sie fest, sie möchten alles parallel machen â€" Deutschland wird nicht vernachlässigt â€" sogar ihr Album wird zuerst in Deutschland veröffentlicht.

Und dann sagt Theo: "Die Veröffentlichung des Albums ist ein aufregender Moment. Im Oktober gehen wir auf Tour durch �Großbritannien und kommen auch nach Deutschland und einige andere Länder. Das ist der nächste große Schritt �für uns. �Es ist wirklich interessant: wenn du ein Album hast â€" du existierst als Künstler â€" es gibt dich also. Man versteckt sich nicht hinter einer Single, alle Songs sind jedem zugänglich, jeder kann sehen was du gemacht hast."





© 2022 Lidia Antonini