Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
10.04.2010

Katy Perry

Ein eng karrierter Rock, weiße Bluse, Stöckelschuhe, makellos geschminkt, pechschwarzes Haar, stechende blaue Augen - und eine überaus schrille Sprechstimme, so lerne ich Katy Perry bei ihrer Plattenfirma in Köln kennen.

Seit Monaten ist sie ein großes Thema. Der neue Superstar, eine, die alles kann: sie kann Songs schreiben, sie kann Gitarre spielen, sie sieht blendend aus, sie ist natürlich und sie sagt immer offen was sie denkt.

Ihr erster Besuch in Deutschland begann mit einer Einkaufstour durch die Kölner Ehrenstraße, weil Katy einfach davon ausgegangen war, dass es in Köln genauso warm ist, wie in Kalifornien. Und ganz schnell begreift sie: die Menschen hier sind sehr nett und sie zeigen offen ihre Begeisterung, während es in Amerika cooler ist, keine Emotionen zu zeigen.

Dass man hier ihren Hit "I Kissed A Girl" kennt, dass ihn alle mitsingen - das überrascht sie. Es ist ein fremdes Land, man spricht eine andere Sprache und alle singen in Englisch als wäre das ganz normal. Alle ihre Träume als Künstlerin sind wahr geworden. In ein Land zu kommen, in dem sie bereits ein Star ist. Sie ist also das nächste große Ding! Der neue Superstar!

"Ooooooh, that's a lie...!!!!" sagt sie. Sie kann es nicht beurteilen. Sie meint, das sei schon ziemlich übertrieben.

In ihrer Karriere lief nicht alles wie geschmiert. Zwei Mal bekam sie einen Plattenvertrag und zwei Mal hat man ihr wieder gekündigt. Keine Chance auf Erfolg. Aber sie gab nicht auf. Selbst als sie ihren Freunden immer wieder gesagt hat, dass sie eines Tages ein Album machen wird, haben die sich über sie lustig gemacht: "Träum nur weiter..."

Nun hat sie ein Nr.1-Album und eine Nr.1-Single. Vier Jahre hat sie an "One Of The Boys" gearbeitet. Unter anderem auch mit Dave Stewart von den Eurythmics. "Es passiert schon, dass man in Hollywood vielen bekannten Menschen über den Weg läuft", erzählt sie. Dave hat mit ihr in Surrey, in der Nähe von London gearbeitet. Er hat sie ermutigt Songs unterschiedlich zu singen und mit ihrer Stimme richtig zu spielen.

Was den Song "I Kissed A Girl" betrifft, so wollte sie etwas über die menschliche Neugier schreiben. Niemand hat ihr gesagt, was sie machen soll und wie sie die Menschen schocken soll. Ihre Eltern sind beide Pastoren, sie wissen, dass Katy Gut und Böse unterscheiden kann: "Ich hatte bloß "balls" offen über die Neugier zu singen. Mit Dummchen und Tratsch kann sie nichts anfangen. Und schon gar nicht die Smalltalks über Gesichtsoperationen. "Ich bin nicht hier um einen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen! Man kann meiner Musik glauben oder nicht, aber das wird nichts daran ändern, dass es hinter meinen Songs immer eine Geschichte gibt."

Katy hat immer offen gesagt, was sie meint. Wenn eine Sängerin über alles andere spricht, nur nicht über ihre Musik, dann sagt Katy: "Halt die Klappe und sing, dass ist dein Job! Und es ist ein schöner Job! Also steh morgens auf und sei bereit zu singen!" Klare Worte.

Einer der Gründe, warum Katy Musik macht, ist Freddie Mercury. "Der Moment als ich "Killer Queen" gehört habe, war magisch."

Und viele Emotionen waren auch ein Faktor, der dazu beigetragen hat, dass sie Musikerin wird. "Wenn Musik jemanden zu Tränen rührt, wenn der Moment so bewegend und die Musik so kraftvoll ist! Deshalb mache ich Musik."

Jetzt bleibt die Hoffnung, dass es nicht bei einem Album und zwei-drei Hits bleibt und dass Katy einen festen Platz in der Musik findet.

Zum Schluß gab's... Na, was wohl? Klar, ein Küsschen!

Katy Perry




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