hr3@night 2011 auf die international anerkannte hr-Bigband. Über sein Comeback und sein neues Album sprach Laith Al-Deen mit hr3-Star-Expertin Lidia Antonini.">
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23.03.2011

Laith Al-Deen

Fast zwei Jahre lang war Laith wie verschollen: Das letzte Mal haben wir uns zum Album "Session" gesehen. Für ihn war es eine schwierige Zeit, sagt er. Er hat sich nach vielen Jahren von der Plattenfirma getrennt, er hat sich neu orientiert und ist gleichzeitig doch irgendwie präsent geblieben. Im schnelllebigen Musikgeschäft vergeht die Zeit noch schneller als sonst. Neue Stars kommen und gehen. Es ist gut, wenn man sich ein Erfolgsposter aufgebaut hat. So hat sich Laith eine Auszeit genommen, aber ganz untätig war er nicht.

"Ich hatte eine lange Phase: viel Zeit im Studio verbringen, viel Zeit verbrennen und einfach einen Weg finden." Ein neues Hobby kam hinzu: Motorradfahren. Dem hat er viel Zeit gewidmet, und es hört sich nach einem schlechtem Gewissen an, wenn er sagt: "Ich hätte diese Zeit auf andere Dingen verwenden können und müssen."

Ein Privatleben hat er auch: Laith und seine Frau haben nach einer langen Suche ein Haus gekauft. Für alles, was er in den letzten zwei Jahren gemacht hat, hat er viel Energie gebraucht. Die Musik, die Suche nach dem neuen Weg, die wichtigen Entscheidungen für die weitere Karriere treffen - all das lief parallel. Positiv war, dass sich Laith irgendwann von jeglichem Druck befreit hat: Er hat gar nicht daran gedacht, dass sein kommendes Album das beste seiner Karriere sein muss und alles, was er bis jetzt gemacht hat, übertreffen muss. Sich befreien - das war wichtig! Als er all die Zwänge abgelegt hat, hat ihm die Arbeit und die Suche nach dem "totalen" Song auch wieder Spaß gemacht. Aus allem, was er im Interview erzählt, hört man, dass er sich viel mit sich und der Welt beschäftigt hat. Und persönlich geht es ihm also gut, er hat in seiner Karriere aufgeräumt, er will manche Dinge nicht mehr mit sich schleppen. "Bald werde ich 40", sagt er.

Er hat sein siebentes Album "Der Letzte deiner Art", das im Mai erscheinen wird, mitproduziert. Er hätte es auch allein machen können, aber er braucht Widerrede. Wenn er auf die Welt schaut, räumt die Erde seiner Meinung nach seit einiger Zeit auf. Der Zusammenhalt wird immer wichtiger, die Menschen wirken einsamer, obwohl es eigentlich gar nicht so ist. All diese Themen sind neben den Songs über die Liebe zwischen zwei Menschen auf dem neuen Album, das opulenter, aufgeräumter und lässiger klingt. "Sie träumt" ist eine wunderschiene Ballade (für den Sonntagnachmittag, wenn eine Frau in seinen Armen liegt und sich nirgendwo sonst besser fühlt). "Wieder tun" ist ein Song für alle, die über das Bereuen im Leben nachdenken. Manche Themen auf seinem Album ("Wiedergeburt", "Ein Lied für die Welt" oder "Sterne") machen nachdenklich.

Seit 2009 habe ich mich manchmal gefragt: Wo ist Laith? Was macht er? Geht es ihm gut? Die Antwort ist da: Laith hat die Zeit nicht verplempert ...

Laith Al-Deen




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