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Künstlern und Künstlerinnen
16.05.2012

Lichter der Stadt

Sein aktuelles Album "Lichter der Stadt" wurde am 16. März veröffentlicht, drei Tage später erreichte es bereits Goldstatus. Der Graf ist beeindruckt, dass das Album so erfolgreich ist. Er hatte Bedenken, dass "Große Freiheit" mit 23 Wochen auf Platz 1 der Albumcharts eine Ausnahme war, ein Zufall. Er wollte wissen, dass dieser Erfolg kein "Unfall" war und er wollte sich selbst beweisen, dass er wieder ein gutes und erfolgreiches Album machten kann. Und ob ein Album erfolgreich ist, zeigt sich normalerweise nicht unbedingt eine Woche nachdem es veröffentlicht wurde. Außerdem war es ungünstig, dass er kurz nach der Albumveröffentlichung krank wurde und zum Echo, wo er für sein soziales Engagement ausgezeichnet wurde, leider nicht hingehen konnte. Eigentlich ist es sehr wichtig, zur Veröffentlichung auf große Promo-Tour zu gehen und Werbung für das Album zu machen, doch der Graf lag mit Erkältung im Bett.

Ein Leben vor "Große Feiheit"

Sein musikalisches Leben hat sich 2010 grundsätzlich verändert: Plötzlich lief seine Musik im Radio, er durfte im Fernsehen auftreten, Menschen schenkten ihm Aufmerksamkeit. Das neue Album "Lichter der Stadt" ist eine Art Tagebuch und beschreibt sein Leben seit 2010. Der Graf hat alles wie ein Wunder erlebt und musste die Erlebnisse und Erfahrungen vorarbeiten. Er wurde oft in Krankenhäuser und Hospize eingeladen, denn viele Schwerkranke lieben seine Songs wie "Geboren um zu leben" oder "Unter deiner Flagge.

Manchmal schafft der Graf nicht alles. "Ich bin auch nur ein Mensch", sagt er. Die schmerzlichen Begegnungen hat er in den Songs wie "Der gute Weg" und "Unsterblich" verarbeitet. Er weiß, wenn jemand allein und krank ist, sollten wir anrufen oder ihn besuchen und signalisieren: "Du bist nicht allein!"

Zeit und Licht

Sein Album behandelt zwei große Themen: Zeit und Licht. Licht, um sich selber zu helfen, wenn etwas daneben läuft. Und Zeit, weil die Zeit auch ein Freund sein kann: sie hilft uns zu entscheiden, zu überlegen, Entscheidungen zu treffen. Wann immer einer seiner Träume in Erfüllung gegangen ist, blieb er stehen und schaute auf sein Leben zurück.

Der Graf und Xavier Naidoo

Er hatte schon 10 Jahre vor dem großen Erfolg ein Musikerleben, seine Familie war seine "Kraft-Tankstelle". Nun trifft er viele namhafte Kollegen und möchte mit ihnen zusammen arbeiten. Das sind dann so Kollegen wie Xavier Naidoo. Eine gewisse Sympathie ist notwendig, damit es klappt. Zum Glück war sie vorhanden, obwohl es fast schief gelaufen wäre, nachdem Xavier beim Smalltalk fragte: "Wo kommst du her?" Antwort vom Graf: "Aus Aachen. Und du?" Was folgte, war eine lange Pause. Xavier fragte: "Mannheim?!?". Dem guten Kontakt hat es nicht geschadet. Witzig war es!

Besser nichts mit Menschen machen

Der Graf setzt sich immer für benachteiligte Menschen ein. Nun geht er offensiv mit seinem eigenen Nachteil um: Stottern. Manchmal bleibt er bei einem Wort hängen. Er sagt: "Ja, ich stottere!"

Früher war das ein großes Problem. Bei der Berufswahl hat ihm der Schulrektor sogar empfohlen einen Beruf zu suchen, der nichts mit anderen Menschen zu tun hat. Aber er hat es geschafft und ist überrascht, wie viele Menschen, die einen Sprachfehler haben, sich bei ihm melden und welchen Zuspruch er bekommt.

Zum Titel "Eisenmann" erzählt er, dass mit der Popularität auch große Kritik kam. Der Graf ist ein sensibler Mann, der sich manchmal eine Ritterrüstung wünscht. Innen ein großes weiches Herz und außen ein Mann aus Stahl.

Ein Tipp für alle Tabaluga-Freunde

Übrigens: Ab dem 19. Oktober präsentiert hr3 in der Feshalle in Frankfurt "Tabaluga", das große Märchen für Kinder und Erwachsene mit Peter Maffay. Und seit kurzem wissen wir, dass zahlreiche Gäste kommen werden, zum Beispiel Laith Al-Deen, Rea Garvey, Ben Becker - und eben "Der Graf" von Unheilig! Bei welchen Vorstellungen welcher Gast auf der Bühne stehen wird, steht noch nicht genau fest. So könnte jede Vorstellung einzigartig werden.

Laith Al-Deen
Peter Maffay
Rea Garvey
Xavier Naidoo




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