Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
01.01.2011

Martin and James

Wann immer ihr Song "Wrong Direction" im Radio läuft, kommen Fragen wie: "Wer ist das? Das ist ein toller Song".

Aufgefallen sind sie uns mit ihren Auftritten im Vorprogramm von Amy MacDonald und einige Tage später bei Simply Red. Davor haben sie im Vorprogramm bei OneRepublic und Milow gespielt.

Am Tag nach dem sie mit Amy MacDonald in Frankfurt waren, haben wir Martin und James eingeladen. Ihre Geschichte ist so authentisch, dass niemand lange überlegen muss, wie man sie interessanter machen könnte.

Die beiden haben sich schon als Kinder in der Schule kennengelernt, später haben sie eine Band gegründet und eher aus Not haben sie irgendwann beschlossen zu zweit weiter zu machen.

Der Vater von James ist kein Unbekannter: Ende der 80er hatten "The Silencers" einige Hits und liefen oft im Radio - "Painted red" ist ein Song von ihnen. Jimmie O'Neill ist also der Vater von James. Er hat seinem Sohn einen wichtigen Rat gegeben: "Versuche jeden Tag Songs zu schreiben, das macht diese Arbeit später einfacher...". James versucht so oft es geht, zu schreiben.

So schreiben Martin und James seit etwa 14 Jahren Songs zusammen. Jemand sagte sie klingen wie "Dirty Simon and Garfunkel".

Mit dem Singen war es nicht ganz so einfach. Vor allem nicht für Martin. Er war einfach zu schüchtern. Aber eines Tages war er etwas betrunken, er hat mehr getrunken und es ging los. Irgendwann musste Martin auch für Jimmie O'Neill einspringen, als dieser sich den Arm gebrochen hat.

"The Silencers" gibt es immer noch.

Heute leben Martin and James in Berlin - dort startet gerade ihre Karriere. Im Februar 2011 erscheint ihr Album und dann geht es hoffentlich auf eigene Tour.

Über die Jahre haben wir einige schottische Künstler kennengelernt - Schottisch ist manchmal schwer zu verstehen. Martin und James bemühen sich, deutlicher zu sprechen, sagen sie. Wenn sie aber unter sich sind und etwas getrunken haben, würden wir kein Wort verstehen.

Im Glasgower Stadtteil Coldbridge, wo sie herkommen, würden wir an der Sprache eher verzweifeln. Sie meinen aber, dass sich auch ihre Aussprache verändert hat - sie werden darauf aufmerksam gemacht, wenn sie nach Hause gehen. Jetzt sind sie die meiste Zeit in Deutschland und das hinterlässt Spuren. Was muss man unbedingt schottisch können? Slange für "Prost" und "All the best" - an der Stelle, an der man "Tschüss" sagt.

An den Stellen, an denen Engländer "See you soon", "Take care" oder "We'll meet again" sagen - heißt es bei den Schotten "All the best".

Das wünschen wir auch und hoffen, dass wir Martin und James bald wiedersehen.





© 2022 Lidia Antonini