Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
10.04.2010

Nena

Ihr Bekanntheitsgrad ist enorm!

Und jeder kann etwas über sie sagen: Welche ihrer Songs er mag, was er über sie gerade gehört hat, wo er sie gerade gesehen hat...

Bevor ich Nena zum ersten Mal traf, habe ich verschiedene Geschichten gehört, die alle mit "Sie ist nicht ganz einfach!" begannen. Oder mit "Eigentlich ist sie ganz nett, aber'". Als ich dann bei der Premiere der "Nokia Night Of The Proms" in Antwerpen war, habe ich sie dann getroffen: Nena war auch da, weil sie sich das Konzert als Information für ihre eigenen Auftritte bei der NOTP in Deutschland ansehen wollte.

Nena und ich hatten dann ein kurzes Interview, bei dem wir irgendwie gleich gesagt haben: Wir haben wenig Zeit, also lass uns klar miteinander sprechen. Klare Fragen, klare Antworten. Damals konnte ich nicht ahnen, dass dies die wichtigste Basis für unsere weiteren Interviews werden sollte.

Wir gingen dann zum Abendessen und es ergab sich, dass ich neben Nena saß. Wir unterhielten uns über die Ernährung im allgemeinen. Nena hatte eine große Tasche dabei, in der sie schöne Früchte mitgebracht hatte. Sie erklärte geduldig wie sie sich ernährt und warum. Schon damals sagte sie: "Jeder soll ausprobieren was ihm am besten schmeckt und was ihm gut tut." Der ganze Tisch war an diesem Gespräch beteiligt und ich habe oft von diesem Abend erzählt. Man erlebt nicht oft, dass jemand zum Kellner sagt: Alles was ich brauche ist ein Messer und ein Teller.

Im Laufe der Zeit kam Nena mit jedem neuen Album bei uns vorbei. Nett war unser Interview im Mai 2005: Sie erzählte über ihr "Mallorca Album", über Songs und ihre Band und sie betonte wieviel Spaß sie am Leben hat. Alles hörte sich sehr harmonisch an.

Und nun war sie wieder da.

Wenn Nena kommt, dann holen wir gutes Wasser und etwas Obst. Und weil jeder mit ihr sprechen wollte, haben wir die Interviewzeit "brüderlich" geteilt: Zuerst Natalie [amp] Tobi von "hr3 pop[amp]weck", dann Frank Seidel, dann ich. Nena erzählte von ihrem Album "Cover me - Beschütze mich" und aus früheren Interviews wusste ich, dass ihr Lieblingstitel "Like a Rolling Stone" ist.

Bei dem bekommt Nena immer Gänsehaut, aber leider hat sie ausgerechnet den nicht gecovert: Es ging nicht. Es gibt Songs, die passen, und die anderen passen nicht. Ich muss sie nicht fragen "Warum?". Als Musikredakteurin erzähle ich manchmal: "Es gibt Tage, da stehe ich vor dem CD Regal und jede CD sagt mir

'Ich bin es nicht' - da kann eine Musikzusammenstellung etwas länger dauern."

Man hat dieses Gefühl ob etwas zusammen passt oder nicht...

Auf ihre Schule, die vor Kurzem in Hamburg gegründet wurde, ist Nena sehr stolz. Sie hat ihre eigene Meinung über alles: Kinder"erziehung" (da ist das Wort "ziehen" drin, also: Wer zieht wen?), über die Kraft der Bäume, über tote Nudeln und lebendiges Obst, auch kann sie mit "hätte", "aber" und "wenn" nichts anfangen...

Diese Mischung aus der "Nena-Philosophie" und "Nena-Unterhaltung" macht ein Interview mit Nena zum Erlebnis.

Die Spannende Frage ist aber immer: "Werden wir uns gut verstehen?" Ich versuche dann immer meinen Teil dazu beizutragen, denn unsere Gäste werden immer als solche behandelt.

Und Nena war und und wird immer unser gern gesehener Gast bleiben.

Nena
Night Of The Proms




© 2021 Lidia Antonini