Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
08.06.2017

Poptalk Joseph J Jones

Er ist 25, er kommt aus Essex, sein Opa war Gitarrist, sein Vater Boxer. Zunächst wollte Joseph J Jones auch Boxer werden, aber die Liebe zur Musik war stärker.

Er hat einen Song gemacht, "Gospel Truth", der in die Abteilung "Düsterer Pop" (Rag’n’Bone Man, Kaleo, Hozier oder Welshly Arms) passt. Die Geschichte zum Song:

"Ich hatte harte Zeiten in meinem Leben.War nachts viel unterwegs, kam erst am frühen Morgen nach Hause, machte Sachen, die ich lieber hätte lassen sollen. Ich glaubte an keinen Gott, ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass es ein höheres Wesen gibt, aber ich war auf der Suche nach etwas, an das ich glauben konnte. Und dann passierte etwas sehr seltsames: Eine Frau sprach mich auf der Straße an - zehn Jahre, nachdem mein Opa gestorben war - und sagte: Ich habe deinen Opa Fred bei mir.

Ich antwortete ihr: Was meinst Du? Mein Opa ist seit zehn Jahren tot! Sie aber sagte: Dein Opa empfiehlt Dir dringend, nicht die Musik aufzugeben! Zu dem Zeitpunkt war ich tatsächlich drauf und dran, die Musik an den Nagel zu hängen. Ich hatte es satt, in Pubs zu spielen. Ich bewundere Menschen, die in Kneipen und Clubs Musik machen, das ist ein knallharter Job! Ich wollte ihn aber nicht mehr machen. Dann erzählte mir diese Frau Dinge, die nur ich wissen konnte und sogar welche, die selbst ich nicht wußte, die sich aber als wahr herausstellten!

Und ich dachte, es muß etwas geben, das über uns steht, eine höhere Wahrheit. Es war wie eine Unterhaltung mit einem höheren Wesen! Eine Konversation mit jemand, der Dir durchs Leben helfen kann. Das Lied kam dann wie von selbst als Therapie in harten Zeiten. Und dann kam auch noch aus dem Nichts die Plattenfirma und gab mir die Chance, in einem Album all die harten Zeiten zu verarbeiten. Es hat geholfen, ich bin drüberweg und fühle mich inzwischen richtig gut!"
Joseph J Jones




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