Geschichten & Gespräche mit internationalen
Künstlern und Künstlerinnen
10.04.2010

Sasha Vol. 2

Bei hr3 ist zwar alles HiTec, aber manchmal gibt es merkwürdige technische Konstellationen. Da sitzt Sasha in Hamburg im Studio, ich in Frankfurt und irgendwie hören wir uns nicht. So geht die kostbare Zeit verloren. Aber dann, auf einmal, höre ich die bekannte Stimme und rufe erleichtert: "Ich höre Dich, ich höre Dich... hier ist Lidia..." - der Ingenieur von Dienst hat alles gerettet... Das alles heißt: Jemand hat die Regler anders belegt und nur ein Toningenieur kann herausfinden, was tatsächlich los war.

Sasha war in Hamburg, weil er dort sein neues Album am Abend live vorgestellt hat. Wenn eine ISDN-Leitung für eine begrenzte Zeit bestellt ist, dann steht sie nur für diese Zeit. Sie bricht auf die angegeben Sekunde ab. So hatte ich gerade noch knappe zehn Minuten, aber Sasha wäre nicht Sasha, wenn er nicht mit präzisen Antworten helfen würde. Ich hatte vorher alle Fragen konzipiert und wollte so viel wie möglich von ihm hören. Zwar ist es erst drei Wochen her, dass Sasha hier war und wir über das neue Album gesprochen haben, aber bei ihm passiert zur Zeit sehr viel, deshalb war ich froh, dass er für ein Gespräch wieder zur Verfügung stand.

Für das kleine Konzert war er gut vorbereitet. Zwischen den Proben war er beim Echo (er ist aufgetreten und hat ein paar Musikerfreunde getroffen um "Tee zu trinken"). Mir kamen die letzten Wochen so vor, als sei Sasha vor der Veröffentlichung eines Albums noch nie so aktiv und präsent gewesen. Er meint, er habe auch darüber nachgedacht, aber das täusche. Er habe schon immer sehr viel gemacht, vor allem in den ersten fünf Jahren seiner Karriere. Bei "Good news on a bad day" ist es so, dass er das Album sehr mag und deshalb jede Chance nutzt um darüber zu reden. Er befindet sich seit längerer Zeit in der "oberen Liga" der Popstars und er genießt das sehr.

Sasha ist selbstkritisch. Mittlerweile findet er es nicht mehr so schlimm, wenn bei einem Konzert etwas daneben geht, das ist auch menschlich, hauptsache er und seine Band haben ein gutes Konzert gespielt. Wenn er dann die Menschen mit einem Lächeln nach Hause schickt, dann ist er umso zufriedener.

Ein anderes Thema: Sasha, das Motorrad und das Cover zu "Please, Please, Please". Mit dem Führerschein hat es immer noch nicht geklappt! "Ich bin immer noch der Great Pretender" - weder gehört ihm das Motorrad, noch kann er fahren, aber es steht ihm richtig gut! Und er will irgendwann damit auch fahren können! Jetzt ist erst einmal das Album "Bad news on a bad day" dran. Das Album, das er so liebt.

Sasha




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